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Ernährung in der Schwangerschaft: Was Dein Körper jetzt wirklich braucht

Kaum bist Du schwanger, hat gefühlt jeder eine Meinung dazu, was Du jetzt essen sollst. „Jetzt für zwei!", sagt die eine Tante. „Bloß nicht zunehmen", die nächste. Dazwischen ein Dschungel aus Verbotslisten, Supplement-Werbung und gut gemeinten Ratschlägen.

Erstmal tief durchatmen! Du brauchst weder ein Ernährungs-Diplom noch ein schlechtes Gewissen. Nur ein paar verlässliche Antworten. Die bekommst Du hier: was wirklich zählt (überraschend wenig und garantiert weniger Kalorien, als Du denkst), wo die Panikmache aufhört und die Wissenschaft anfängt, und wie Du das alles auch an einem Tag hinkriegst, an dem Dir schon der Geruch von Kaffee zu viel ist. Klar, ehrlich, ohne erhobenen Zeigefinger. Dazu haben wir uns noch eine Einschätzung der Hebamme Inés eingeholt, die jeden Tag mit Schwangeren arbeitet.

Ernährung in der Schwangerschaft: Was Dein Körper jetzt wirklich braucht - SHEKO
11 Min
Last updated on 19.09.2026
Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
  • „Für zwei essen" ist ein Mythos. Dein Kalorienbedarf steigt nur moderat und erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte.

  • Was dagegen wirklich steigt, ist Dein Bedarf an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Also: mehr Qualität, nicht mehr Menge.

  • Konkret beim Eiweiß: rund +7 g pro Tag im zweiten, +21 g im dritten Trimester. Und mindestens 30 g Ballaststoffe täglich. Die meisten Frauen schaffen nur die Hälfte.

  • Vier Nährstoffe gelten als kritisch: Folat, Jod, Eisen und DHA (eine Omega-3-Fettsäure). Folat und Jod solltest Du supplementieren, Eisen und DHA je nach Bedarf.

  • Einige Lebensmittel solltest Du meiden, vor allem rohe tierische Produkte, Leber und Alkohol.

  • Bewegung: Motorproteine sind verantwortlich für die Bewegung Deiner Zellen und damit auch Deiner Muskulatur.

  • Bewegung ist der zweite Blutzucker-Hebel: rund 150 Minuten pro Woche plus etwas Krafttraining senken u. a. das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes. Und ja, gerade jetzt lohnt es sich.

  • Und das Wichtigste: Lass Dich von Deiner Hebamme oder Deiner Ärztinbegleiten. Jede Schwangerschaft tickt anders.

„Für zwei essen"? Der hartnäckigste Mythos zuerst

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Du musst nicht doppelt essen. Nicht mal annähernd. Dein Kalorienbedarf steigt erst ab dem zweiten Trimester und auch dann nur moderat. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt als Richtwerte rund 250 kcal mehr am Tag im zweiten Trimester und bis zu 500 kcal im dritten. Klingt nach viel, ist es in der Praxis aber selten. Denn dieser Wert setzt voraus, dass Du Dich weiter genauso viel bewegst wie vorher, und bei vielen wird der Alltag im letzten Drittel ohnehin etwas ruhiger. 250 kcal sind übrigens nicht mehr als ein belegtes Vollkornbrot. Weit entfernt vom zweiten Teller. Die DGE bringt es schön auf den Punkt: für zwei denken, aber nicht für zwei essen.

Was wirklich steigt: Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe

Hier liegt der eigentliche Hebel. Während Dein Energiebedarf nur leicht anzieht, schießt Dein Bedarf an bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweiß deutlich stärker nach oben. Genau deshalb lautet die wichtigste Regel: Nährstoffdichte schlägt Kaloriendichte. Lieber das Gemüse, die Hülsenfrüchte, das Vollkorn, die guten Eiweißquellen als das, was nur Energie liefert und sonst wenig Nährstoffe.

Beim Eiweiß ist der Mehrbedarf konkreter belegt, als die meisten denken. Dein Körper baut ununterbrochen neues Gewebe: Plazenta, Blutvolumen, Dein wachsendes Baby. Die DGE beziffert das ziemlich genau: rund 7 Gramm mehr Eiweiß pro Tag im zweiten Trimester und etwa 21 Gramm mehr im dritten (rechnerisch ein Anstieg von 0,9 auf 1,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht). Für viele Frauen landet das gegen Ende bei grob 60 bis 70 Gramm am Tag.

Fast wichtiger als die Menge ist aber die Qualität: Dein Körper braucht ein vollständiges Aminosäureprofil. Also Eiweiß, das alle essenziellen Bausteine mitbringt. Gute Quellen sind Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch und clever kombinierte Hülsenfrüchte. An den Tagen, an denen Dir übel ist und eine warme Mahlzeit undenkbar scheint, kann ein Protein-Shake eine unkomplizierte Lösung sein. Und genau hier passt unser SHEKO Balance Shake: Er liefert ein vollständiges Eiweißprofil plus Vitamine und Mineralstoffe in einer Form, die sich auch an flauen Tagen meist gut wegtrinken lässt. Schnell angerührt, ohne Kochen, zur Not mit einer Hand. Wichtig in der Schwangerschaft: nicht als Mahlzeitenersatz und nicht zum Abnehmen, sondern als Extraportion zwischendurch. Die Menge stimmst Du am besten kurz mit Deiner Hebamme ab, besonders wenn Du parallel ein Schwangerschaftsvitamin nimmst. Einfach, damit sich Deine Gesamtversorgung sinnvoll ergänzt.

Minimum oder Optimum? Eine ehrliche Randnotiz

Das steht in kaum einem deutschen Ratgeber, aber wir wollen es Dir trotzdem nicht vorenthalten. Die DGE-Werte von eben? Das ist das Minimum. Die Menge, ab der gerade kein Mangel mehr droht. Nicht das Optimum, nicht das „bestens versorgt", sondern die Untergrenze. Das liegt auch an der Methode: Die deutschen Werte stammen aus der älteren Stickstoffbilanz-Forschung, die genau das misst: das Minimum. Andere Länder sind da weiter und kommunizieren offensiver, was wirklich gut wäre. Die US-Empfehlung für Schwangere liegt schon bei 1,1 g pro Kilo. Und misst man den Bedarf mit der moderneren IAAO-Methode, landet man bei rund 1,2 g/kg in der Früh- und etwa 1,5 g/kg in der Spätschwangerschaft. Also deutlich über dem, was hierzulande als Richtwert gilt. Offiziell übernommen sind diese Zahlen noch nicht. Aber die Richtung ist ziemlich eindeutig.

Heißt für Dich: Beim Eiweiß lohnt es sich, eher großzügig zu denken als zu knausern. Nicht, weil mehr immer besser ist, sondern weil „gerade kein Mangel" und „richtig gut versorgt" zwei verschiedene Dinge sind.

Und Kollagen? Das ist zwar gerade in aller Munde, aber als reine Eiweißquelle nicht die erste Wahl, denn dazu fehlen ihm essenzielle Aminosäuren. Seine Stärke liegt woanders: beim Baustein Glycin, der ausgerechnet in der Spätschwangerschaft besonders knapp werden kann. Warum Kollagen deshalb ein sinnvoller kleiner Baustein sein kann und was es definitiv nicht leistet (Stichwort Schwangerschaftsstreifen) liest Du ausführlich und ehrlich eingeordnet in unserem eigenen Beitrag: Kollagen und Schwangerschaft

Die Nährstoffe, auf die es jetzt ankommt

Vier Nährstoffe gelten in Deutschland offiziell als kritisch, weil sie sich über die normale Ernährung oft nicht sicher decken lassen: Folat, Jod, Eisen und DHA. Sie alle zahlen nicht nur auf Dein Wohlbefinden ein, sondern ganz direkt auf die Entwicklung Deines Babys. Wir zeigen sie Dir der Reihe nach – und danach drei weitere Nährstoffe, die meist untergehen.

Die vier offiziell kritischen Nährstoffe

Folat / Folsäure

Der Star unter den Schwangerschaftsnährstoffen und der einzige, bei dem Du idealerweise schon vor der Schwangerschaft loslegst. Eine ausreichende Folsäureversorgung rund um die Empfängnis senkt nachweislich das Risiko für Neuralrohrdefekte beim Baby (etwa einen offenen Rücken). Die Empfehlung von DGE und Netzwerk Gesund ins Leben: zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung 400 µg Folsäure pro Tag als Supplement, beginnend mindestens vier Wochen vor der Konzeption und über das gesamte erste Trimester. Im EFSA-Sinne gilt: Folat trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei.¹

Eine Randnotiz für alle, die es genau nehmen: Manche Frauen setzen statt der synthetischen Folsäure auf die bereits aktivierte Form Methylfolat (5-MTHF) – interessant vor allem bei einer bestimmten Genvariante (MTHFR), bei der der Körper Folsäure schlechter umwandelt. Ehrlich eingeordnet: Die beste Studienlage für den Schutz vor Neuralrohrdefekten hat nach wie vor die klassische Folsäure. Methylfolat ist eine gute Alternative, aber kein belegtes „besser". Wichtiger als die Form ist, dass Du überhaupt eines nimmst.

Jod

Wichtig für Deine Schilddrüse und essenziell für die Entwicklung des kindlichen Gehirns; ein Mangel kann die geistige Entwicklung Deines Babys beeinträchtigen. Deshalb wird Jod in der Regel als Supplement empfohlen. Aber mit einem wichtigen Sternchen: Wenn Du eine Schilddrüsenerkrankung hast – etwa Hashimoto oder eine Überfunktion –, klär die Dosis unbedingt vorher mit Deiner Ärztin ab. Bei diesen Erkrankungen kann zu viel Jod der Schilddrüse schaden, statt ihr zu helfen. Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern medizinischer Standard und ein gutes Beispiel dafür, dass „viel hilft viel" hier eben nicht gilt.

Eisen

Der Bedarf steigt deutlich, weil Dein Blutvolumen wächst und weil Dein Baby über Dein Blut mit Sauerstoff versorgt wird. Aber – und das überrascht viele – ein Eisenpräparat ist nicht automatisch nötig. Dein Körper gleicht einiges selbst aus (die Aufnahme im Darm steigt, die Periode fällt weg). Und die beste Nachricht: Eisen ist der eine Nährstoff, den Deine Ärztin ohnehin regelmäßig über das Blutbild kontrolliert. Darum musst Du Dir hier ehrlich keine Sorgen machen und auch nichts auf Verdacht schlucken. Sinkt Dein Wert, wird das erkannt, und Du bekommst gezielt etwas.

DHA und EPA (Omega-3)

Diese langkettigen Omega-3-Fettsäuren sind zentrale Bausteine – DHA vor allem für Gehirn und Augen Deines Babys. Fettreicher Seefisch liefert beide gemeinsam, daher die Empfehlung: ein- bis zweimal pro Woche Lachs, Hering, Makrele oder Sardine. Schaffst Du das nicht regelmäßig, ergänze mindestens 200 mg DHA pro Tag (aus Fisch-, Krill- oder Algenöl – Algenöl ist die vegane Variante). Zum Hintergrund: Empfohlen sind rund 250 mg DHA und EPA zusammen pro Tag, plus 200 mg DHA obendrauf in der Schwangerschaft. EPA ist also der Partner, der ohnehin mitkommt. Die Hauptrolle fürs Baby spielt aber DHA. Und das ist kein Marketingversprechen, sondern von der EFSA zugelassen: Die Aufnahme von DHA durch die Mutter trägt zur normalen Entwicklung von Gehirn und Augen beim Fötus und gestillten Säugling bei.² Heißt konkret: Hier isst Du nicht für Dich, sondern fürs Gehirn Deines Babys.

Drei, die oft übersehen werden: Cholin, Vitamin D, Magnesium

Cholin

Der Nährstoff, den hier kaum jemand auf dem Schirm hat. Und das ist ein echtes Versäumnis: Cholin ist wichtig für die Gehirnentwicklung Deines Babys, eine niedrige Zufuhr wird sogar mit einem erhöhten Risiko für Neuralrohrdefekte in Verbindung gebracht. Trotzdem hat die DGE dafür bis heute keinen eigenen Referenzwert, während die EFSA (480 mg/Tag) und die US-Behörden (450 mg/Tag) für Schwangere längst konkrete Empfehlungen geben. Wieder so ein Fall, in dem das Ausland Klartext redet und Deutschland schweigt. Reichlich Cholin steckt vor allem in Eiern (im Eigelb), aber auch in Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchten und Brokkoli. Die theoretisch ergiebigste Quelle wäre sogar Leber, die Du in der Schwangerschaft aber wegen des Vitamin A besser meidest (dazu gleich mehr).

Vitamin D

Der heimliche Mangel-Kandidat Nummer eins. Fast jede Schwangere in Deutschland ist unterversorgt. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil sich Vitamin D über das Essen kaum decken lässt und die Haut von Oktober bis März hierzulande kaum welches bildet. Die offizielle Empfehlung liegt bei 20 µg (800 I.E.) pro Tag. International wird für eine wirklich gute Versorgung oft mehr angestrebt, eher 1.000–2.000 I.E. (die sichere Obergrenze liegt bei 4.000 I.E.). Das Schöne: Hier musst Du nicht raten. Lass Deinen Vitamin-D-Spiegel einmal im Blut bestimmen und richte die Dosis genau danach aus. Gezielter geht es kaum. Und es lohnt sich doppelt: Vitamin D stärkt nicht nur Deine Knochen, sondern auch das Skelett und das Immunsystem Deines Babys.

Magnesium

Wenn nachts die Wade zumacht. Diese Krämpfe, die Dich um drei Uhr morgens aus dem Schlaf reißen, gehören zu den fiesesten Begleitern der Schwangerschaft – und nein, Du stellst Dich nicht an. Magnesium ist hier der Klassiker, zu dem viele Frauen greifen. Ganz ehrlich: Ein garantiertes Wundermittel ist es nicht, die Studien sind uneindeutig. Aber es ist sicher, gut verträglich, und viele Frauen erleben, dass es ihnen spürbar hilft. Einen Versuch ist es also allemal wert. Wenn Du es nimmst, dann klug: eine gut verträgliche Form wie Citrat oder Glycinat (statt des billigen Oxids), nicht mehr als 250 mg über ein Präparat, und zeitlich versetzt zu einem Eisenpräparat, weil die beiden sich sonst gegenseitig ausbremsen. Über den Teller bekommst Du Magnesium ganz nebenbei: Vollkorn, Nüsse, Kerne, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse und magnesiumreiches Mineralwasser. Und weil jede Schwangerschaft anders ist, sag Deiner Hebamme kurz Bescheid, bevor Du startest.

Und ein Hinweis für vegetarisch oder vegan lebende Frauen: Hier kommen weitere kritische Nährstoffe dazu, vor allem Vitamin B12, außerdem Zink, Eisen, Calcium, Jod und ausreichend Eiweiß. Eine vegane Schwangerschaft ist möglich, braucht aber ärztliche Begleitung, eine qualifizierte Ernährungsberatung und gezielte Supplemente.

Wo stecken diese Nährstoffe? Der Lebensmittel-Überblick

Damit das Ganze alltagstauglich wird siehst Du hier auf einen Blick, worüber Du die wichtigsten Nährstoffe abdeckst:

Sostanze nutritive
Perché è importante proprio ora
Buone fonti alimentari
Folato Divisione cellulare, tubo neurale Verdure a foglia verde, legumi, cereali integrali (+ integratore)
Iodio Tiroide, sviluppo infantile Pesce, latticini, sale iodato (di solito + integratore)
Ferro Emopoiesi, trasporto dell'ossigeno Carne rossa, legumi, fiocchi d'avena (da abbinare alla vitamina C)
DHA (Omega-3) Cervello e occhi del bambino pesce di mare ricco di grassi (salmone, aringhe, sardine), olio di alghe
Colina Sviluppo cerebrale Uova (soprattutto tuorli), legumi, carne, pesce, broccoli
Calcio Ossa e denti Latticini, broccoli, mandorle, acqua minerale ricca di calcio
Vitamina D Assorbimento del calcio, ossa pesce grasso, uova e soprattutto luce solare (spesso è necessario un integratore)
Magnesio Funzione muscolare e nervosa (contro i crampi: evidenze contrastanti) Cereali integrali, frutta secca, semi, legumi, verdure a foglia verde
Vitamina B12 Sangue e nervi Prodotti di origine animale; in caso di dieta vegana, solo tramite integratori
Proteine Formazione dei tessuti, della placenta e del sangue Latticini, uova, pesce, carne, legumi
Fibre Digestione, senso di sazietà, glicemia Cereali integrali, legumi, verdura, frutta
Vitamina C Assorbimento del ferro, formazione del collagene Peperoni, frutti di bosco, agrumi, broccoli

Hebamme Inés

„Viele Frauen kommen mit einer ganzen Tüte voller Präparate zu mir und sind völlig verunsichert, ob das reicht oder schon zu viel ist. Mein erster Satz ist fast immer: Atme durch. Für die allermeisten reicht Folsäure, Jod und eine gute, bunte Ernährung. Den Rest klären wir über Deine Blutwerte, nicht über Instagram. Mir ist eine Frau lieber, die jeden Tag ein Ei und eine Handvoll Linsen isst, als eine, die fünf Döschen schluckt und beim Essen den Überblick verliert."

Was Du besser meidest

Kein Grund zur Panik, aber ein paar Dinge sind es wert, sie zu kennen. Es geht fast immer um zwei Gefahren: Infektionen (Listerien, Toxoplasmen, Salmonellen) und einen Vitamin-A-Überschuss.

Übelkeit, Heißhunger und der echte Alltag

So weit die Theorie. Und dann ist da der Alltag, in dem Dir im ersten Trimester schon beim Gedanken an Brokkoli schlecht wird. Wenn Übelkeit Dich fest im Griff hat, gilt: Iss, was geht, und mach Dir keinen Stress. Lieber kleine Portionen über den Tag verteilt als drei große Mahlzeiten. Was vielen hilft, ist ein stabiler Blutzucker. Also nicht stundenlang nüchtern bleiben und eher zu Kombinationen aus Eiweiß und komplexen Kohlenhydraten greifen als zu schnellem Zucker, der Deinen Blutzucker erst hoch- und dann abstürzen lässt. Genau dann sind unkomplizierte Lösungen Gold wert: ein Smoothie, ein Joghurt mit Haferflocken, ein schnell angerührter Shake. Hauptsache machbar. Und denk ans Trinken: rund 1,5 bis 2 Liter am Tag, bei Hitze mehr. Das hält die Verdauung in Gang und beugt nebenbei Wadenkrämpfen vor.

Und der Heißhunger auf das eine Stück Kuchen? Darf sein. Es geht nicht um Perfektion, sondern um das große Ganze. Manchmal nährstoffreich, manchmal einfach, weil es schön ist.

Der unterschätzte Mitspieler: Dein Darm

Über Folat und Eisen wird viel geredet. Über den Darm zu selten. Dabei verändert sich auch er in der Schwangerschaft spürbar. Das Hormon Progesteron entspannt nicht nur die Gebärmutter, sondern auch die Darmmuskulatur. Die Folge kennt fast jede zweite Schwangere: Die Verdauung wird träger, Verstopfung wird zum Thema. Bis zu 40 % sind davon betroffen.

Der erste und wichtigste Hebel ist dabei kein Supplement, sondern der Teller: Ballaststoffe. Die DGE empfiehlt mindestens 30 Gramm pro Tag. Frauen in Deutschland kommen im Schnitt aber nur auf rund 18 Gramm. Diese Lücke ist groß und in der Schwangerschaft macht sie sich doppelt bemerkbar: Ballaststoffe halten die Verdauung in Schwung, sättigen lange und bremsen den Blutzucker (dazu gleich mehr). Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst sind die Basis, dazu ausreichend trinken und Bewegung. Wenn Du die 30 Gramm über das Essen nicht zuverlässig zusammen bekommst, kann unser SHEKO Ballaststoffpulver helfen, die Lücke unkompliziert zu schließen.

Spannend wird es beim Mikrobiom, also der Gesamtheit der Bakterien in Deinem Darm. Es ist in den letzten Jahren zu einem riesigen Forschungsfeld geworden – auch, weil Dein Baby bei der Geburt zum allerersten Mal mit Deinen Bakterien in Kontakt kommt und sich daraus seine eigene Darmflora aufzubauen beginnt. Ein faszinierender Gedanke. Gleichzeitig ist die Forschung dazu jung, und vieles ist noch nicht abschließend geklärt. Wer Dir hier einfache Versprechen macht, übertreibt.

Manche Frauen hilft es, Ihren Darm zusätzlich mit einem Probiotikum zu begleiten. In einer normal verlaufenden, gesunden Schwangerschaft gilt das in der Regel als unbedenklich. Ein Muss ist es aber nicht, und die größte Wirkung hat ohnehin eine ballaststoffreiche Ernährung. Wenn Du magst, kannst Du dafür unsere SHEKO Daily Biotics nutzen. Wie bei allem in dieser Zeit gilt: Sprich es einmal kurz mit Deiner Hebamme oder Deiner Ärztin durch, bevor Du startest.

Blutzuckerfreundlich, bunt, darmfreundlich: Warum dieser Ansatz auch jetzt zählt

Wenn Du die letzten Abschnitte zusammen legst, ergibt sich ein erstaunlich einfaches Muster. Und zufällig ist es genau das, wofür SHEKO steht. Gute Ernährung in der Schwangerschaft ist nämlich blutzuckerfreundlich (Eiweiß und Ballaststoffe zu den Kohlenhydraten, statt schneller Zucker auf die leere Hand), bunt und nährstoffdicht (viel Gemüse, Hülsenfrüchte und gute Eiweißquellen – Qualität vor Menge) und darmfreundlich (ausreichend Ballaststoffe, die Verdauung und Mikrobiom guttun). Das ist kein Schwangerschafts-Spezialwissen und schon gar keine Diät. Es ist schlicht unser Verständnis von guter Ernährung und das passt jetzt sogar noch besser als sonst.

Ein kurzer Blick auf den Blutzucker, weil er mehr beeinflusst, als man denkt: Schnelle Kohlenhydrate allein – wie ein Croissant auf leeren Magen – lassen den Blutzucker steil ansteigen und kurz darauf abstürzen. Das Ergebnis kennst Du: ein kurzes Hoch, dann Müdigkeit und neuer Heißhunger. Kombinierst Du Kohlenhydrate dagegen mit Eiweiß und Ballaststoffen, steigt der Blutzucker langsamer und gleichmäßiger. Du bleibst länger satt und wacher. Gerade in der Schwangerschaft, wenn Heißhunger und Müdigkeit ohnehin Thema sind, ist das viel wert.

Und ehrlich, damit kein falscher Eindruck entsteht: Es geht hier nicht ums Abnehmen. Das ist in der Schwangerschaft auf keinen Fall das Ziel. Aber genauso wenig geht es um Verzicht oder schlechtes Gewissen. Wenn Du bunt, blutzuckerfreundlich und sattmachend isst und Dich bewegst, darfst Du die Waage getrost in Ruhe lassen: Du nimmst meist ganz von selbst in einem gesunden Rahmen zu, fühlst Dich besser, Deinem Baby geht es besser und erfahrungsgemäß findet Dein Körper auch nach der Geburt leichter zurück. Und ja, bei den Vorsorgeterminen wirst Du regelmäßig gewogen. Lass Dich von dieser einen Zahl bitte nicht verrückt machen. Sie ist ein Datenpunkt, den Deine Hebamme im Blick behält, kein Urteil über Dich. Der Fokus liegt nicht auf weniger, sondern auf gut versorgt. Die SHEKO-Produkte sind dabei reine Ergänzung, kein Ersatz für echte Mahlzeiten: der Balance Shake als vollständige Eiweißquelle für zwischendurch, das Ballaststoffpulver, um die Versorgungslücke zu schließen, die Daily Biotics für den Darm – wie immer einmal kurz mit Deiner Hebamme abgesprochen.

Und Bewegung? Der zweite Hebel für den Blutzucker

Ernährung ist die eine Hälfte der Blutzucker-Geschichte, Bewegung die andere. Wenn Deine Muskeln arbeiten, ziehen sie Zucker aus dem Blut, fast ohne Umweg über Insulin. Schon ein Spaziergang nach dem Essen glättet die Kurve spürbar, Krafttraining fängt den Blutzucker nach der Mahlzeit sogar besonders gut ab. Das ist mehr als ein Wohlfühl-Bonus: Regelmäßige Bewegung senkt das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes (je nach Auswertung um rund ein Viertel bis ein Drittel) und für Schwangerschafts-Bluthochdruck. Ein gut regulierter Blutzucker hängt mit einem gesünderen Geburtsgewicht zusammen. Heißt: Du tust es nicht nur für Dich, sondern auch fürs Baby.

Und der Gedanke, der vielen im Kopf herumgeht „Ich bin eh schon aus der Form, jetzt ist es auch egal"  stimmt einfach nicht. Im Gegenteil: Gerade jetzt zahlt sich jede Bewegung doppelt aus. Es geht nicht um Bestform oder flachen Bauch, sondern darum, dass Dein Körper diese Höchstleistung leichter meistert. Und es ist nie zu spät anzufangen. Ein bisschen ist immer besser als nichts.

Wie viel? WHO und ACOG empfehlen rund 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche (etwa fünfmal eine halbe Stunde zügig gehen, schwimmen oder radeln) plus etwas Krafttraining. “Moderat" heißt: leicht außer Atem, aber sich dabei noch unterhalten können. Wer vorher schon intensiver trainiert hat, darf in einer normal verlaufenden Schwangerschaft meist weitermachen. Ein paar Dinge gilt es aber zu beachten: ab dem zweiten Trimester nicht mehr flach auf dem Rücken trainieren, Überhitzung und Sturzrisiko meiden, auf die Signale Deines Körpers hören und bei einer Risikoschwangerschaft oder Beschwerden vorher mit Deiner Hebamme oder Ärztin abklären.

Fazit

Gute Ernährung in der Schwangerschaft ist kein Hochleistungssport. Sie ist erstaunlich entspannt, wenn man den „für zwei essen"-Druck einmal abgelegt hat: nicht mehr Menge, sondern mehr Qualität. Ein paar kritische Nährstoffe gezielt im Blick, ein paar Dinge bewusst weggelassen, der Rest mit Genuss und Augenmaß.

Und das Beste: Du musst das nicht allein wuppen. Deine Hebamme und Deine Ärztin begleiten Dich, kontrollieren Deine Werte und sagen Dir, was Du persönlich brauchst. Schön, dass Du Dir diese Gedanken machst. Dein Körper leistet gerade Großartiges.

Häufige Fragen zur Ernährung in der Schwangerschaft

Wie viel mehr muss ich in der Schwangerschaft essen?

Weniger, als die meisten denken. Erst ab dem zweiten Trimester steigt der Kalorienbedarf und auch dann nur moderat (rund 250 kcal pro Tag, im letzten Drittel etwas mehr). „Für zwei essen" ist ein Mythos.

Welche Nährstoffe sind in der Schwangerschaft am wichtigsten?

Als kritisch gelten Folat, Jod, Eisen und DHA (Omega-3). Folat und Jod werden in der Regel als Supplement empfohlen, Eisen und DHA je nach individuellem Bedarf.

Brauche ich unbedingt Nahrungsergänzung?

Folsäure und Jod ja – sie lassen sich über die Ernährung kaum sicher decken. Bei den übrigen Nährstoffen entscheidet der Einzelfall, idealerweise nach ärztlicher Rücksprache und Blutwerten. Keine Selbstmedikation auf Verdacht.

Was darf ich in der Schwangerschaft nicht essen?

Vor allem rohe tierische Produkte (roher Fisch, rohes Fleisch, rohe Eier), Rohmilchkäse und Weichkäse mit Rinde, Leber und Innereien sowie Alkohol. Koffein nur in Maßen.

Wie kriege ich bei Übelkeit genug Nährstoffe rein?

Kleine Portionen, stabiler Blutzucker und unkomplizierte Lösungen wie Smoothies, Joghurt oder ein Shake an den Tagen, an denen feste Mahlzeiten schwerfallen.

Sind Probiotika in der Schwangerschaft okay?

In einer normal verlaufenden, gesunden Schwangerschaft gelten sie in der Regel als unbedenklich. Gegen die häufige Verstopfung ist eine ballaststoffreiche Ernährung aber der wichtigste Hebel. Wenn Du ein Probiotikum nehmen möchtest, sprich es vorher kurz mit Deiner Hebamme oder Deiner Ärztin ab.

Sollte ich im dritten Trimester Datteln essen?

Du hast vielleicht gehört, dass Datteln die Geburt erleichtern. Tatsächlich deuten mehrere kleine Studien darauf hin, dass rund 60–80 g Datteln täglich in den letzten Wochen den Muttermund etwas „reifer" machen, die Zahl der Einleitungen senken und die Geburt leicht verkürzen können. Die Datenlage ist aber dünn und nicht eindeutig. Wichtig: Das ist ein Thema für die allerletzten Schwangerschaftswochen und zur Geburtsvorbereitung, kein blutzuckerfreundlicher Alltagssnack. Dafür sind Datteln schlicht zu zuckerreich. Wenn Du sie ausprobieren möchtest, sprich es kurz mit Deiner Hebamme ab.

Quellen

  1. ¹ EFSA-zugelassene Angabe: „Folat trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei." ² EFSA-zugelassene Angabe für DHA: trägt bei einer mütterlichen Aufnahme von 200 mg DHA zusätzlich zur empfohlenen Omega-3-Zufuhr zur normalen Entwicklung von Gehirn und Augen beim Fötus und gestillten Säugling bei.
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) / D-A-CH: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr sowie Handlungsempfehlungen zur Ernährung in der Schwangerschaft (Energie +250/+500 kcal, kritische Nährstoffe, Folsäure 400 µg). Protein: Mehrbedarf +7 g/Tag im 2. und +21 g/Tag im 3. Trimester (0,9 bzw. 1,0 g/kg). Ballaststoffe: Richtwert mindestens 30 g/Tag.
  3. Netzwerk Gesund ins Leben (Bundeszentrum für Ernährung): Handlungsempfehlungen „Ernährung und Lebensstil vor und in der Schwangerschaft".
  4. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Merkblätter zu Listeriose und Toxoplasmose, Quecksilber in Fisch, Koffein und Vitamin A in der Schwangerschaft.
  5. EFSA / Verordnung (EU) Nr. 432/2012 sowie zugelassene schwangerschaftsbezogene Angaben für Folat und DHA.
  6. Middleton P. et al.: Omega-3 fatty acid addition during pregnancy. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2018 (Hinweise auf ein reduziertes Frühgeburtsrisiko).
  7. Stephens T. V., Payne M., Ball R. O., Pencharz P. B., Elango R.: Protein Requirements of Healthy Pregnant Women during Early and Late Gestation Are Higher than Current Recommendations. The Journal of Nutrition, 2015 (IAAO-Methode: ~1,2 g/kg früh, ~1,52 g/kg spät).
  8. Institute of Medicine (IOM) / Dietary Reference Intakes: Protein-RDA in der Schwangerschaft 1,1 g/kg pro Tag (USA/Kanada).
  9. World Health Organization: Guidelines on Physical Activity and Sedentary Behaviour, 2020 (Schwangere/Wöchnerinnen: mind. 150 Min./Woche moderate Aktivität plus Muskelkräftigung).
  10. American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG): Physical Activity and Exercise During Pregnancy and the Postpartum Period, 2020.
  11. Martínez-Vizcaíno V. et al.: Exercise during pregnancy for preventing gestational diabetes mellitus and hypertensive disorders – an umbrella review. BJOG, 2023; sowie Meta-Review zu körperlicher Aktivität und GDM-Risiko (Life, 2024).
  12. EFSA (Adequate Intake Cholin: 480 mg/Tag in der Schwangerschaft) sowie Institute of Medicine / NIH (AI: 450 mg/Tag). Die DGE nennt für Cholin bislang keinen Referenzwert.
  13. DGE: Referenzwerte Magnesium (Schwangerschaft rund 300 mg/Tag, keine pauschale Supplement-Empfehlung); BfR (max. 250 mg/Tag über Nahrungsergänzung). Cochrane (Makrides et al.): keine überzeugende Evidenz für routinemäßige Magnesium-Supplementierung in der Schwangerschaft.
  14. DGE / D-A-CH: Vitamin D 20 µg (800 I.E.)/Tag als Schätzwert; internationale Fachgesellschaften (u. a. Endocrine Society, Pludowski et al.) mit höheren Zielspiegeln; EFSA Tolerable Upper Intake Level 4.000 I.E./Tag.
  15. Salajegheh Z. et al.: Oral consumption of dates in the peripartum period – systematic review and dose-response meta-analysis. BMC Pregnancy and Childbirth, 2024; Al-Kuran O. et al., J. Obstet. Gynaecol., 2011 (Hinweise auf reiferen Muttermund und kürzere Geburt; insgesamt schwache Evidenz).
  16. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch Deine Hebamme, Deine Ärztin oder Deinen Arzt.

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