Dass der Teufel im Detail steckt, beweisen essentielle Aminosäuren tagtäglich. Denn auch, wenn Du jeden Tag kräftig Vitamine und Mineralstoffe futterst, ist Dein Tagesbedarf an Nährstoffen ohne diese Aminosäuren nicht vollständig gedeckt. Wir erklären Dir, warum Du auf essentielle Aminosäuren nicht verzichten kannst, welche Funktionen sie haben und in welchen Lebensmitteln sie zu finden sind.
Was sind Aminosäuren überhaupt?
Unser Organismus ist eigentlich ein kleines Chemielabor, das verschiedene chemische Verbindungen zu einem großen Ganzen zusammensetzt. Bei Aminosäuren im Speziellen handelt es sich um Verbindungen, die im Kern aus drei Komponenten bestehen:
- eine Aminogruppe mit Stickstoff (N)
- eine Carbonsäuregruppe mit Kohlenstoff (C)
- und eine Carbonsäuregruppe mit Sauerstoff (O)
Die N-C-O-Kombo hat es in sich. Immerhin stellen Aminosäuren unter anderem grundlegende Bausteine für die als Eiweiß bekannten Proteine. Entsprechende Aminosäuren für die Eiweißsynthese sind auch als proteinogene Aminosäuren bekannt. Als Bestandteil von Eiweiß sind sie für eine Reihe überlebenswichtiger Körperfunktionen und hier insbesondere die Zellfunktion unerlässlich.
Des Weiteren stehen auch bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie Phenylketonurie und Mangelerscheinungen wie Kwashiorkor mit einem gestörten Aminosäuren-Haushalt in Verbindung. Die Symptome reichen hier von Organstörungen bis hin zu schweren Wachstums- und geistigen Entwicklungsstörungen.
Protein-Bausteine mit VIP-Status: essentielle Aminosäuren
Nun gibt es insgesamt über 400 verschiedene Aminosäuren, in denen die stickstoffhaltigen Aminos und kohlenstoff- bzw. sauerstoffhaltigen Carbonsäuren jeweils unterschiedlich miteinander kombiniert sind. Jede Aminosäure hat also ihren ganz individuellen Kombinationscode.
Das Gute daran: Der menschliche Organismus benötigt nur 20 dieser Codes für den Proteinbau. Zwölf davon, die sogenannten nicht-essentiellen Aminosäuren kann er sogar selber "programmieren" und somit eigenständig herstellen.
Der Haken: Für die restlichen acht Aminosäuren-Codes reichen die IT-Kenntnisse unseres Körpers leider nicht aus. Hierbei handelt es sich um die essentiellen Aminosäuren. Da sie nicht im Standard-Bausatz unseres Körpers vorkommen, musst Du sie über die Ernährung aus externen Nahrungsquellen beziehen.
Warum essentielle Aminosäuren so wichtig sind
Dass Du auf eine ausreichende Deckung Deines täglichen Bedarfs an essentiellen Aminosäuren achtest, ist für Deine Gesundheit unglaublich wichtig. Denn ausgerechnet jene acht essentiellen Aminosäuren, die unser Körper nicht selbst herstellen kann, übernehmen im Organismus auch essentielle Funktionen in den Körperzellen:
- Blutzellen
- Hautzellen
- Immunzellen
- Muskelzellen
- Nervenzellen
Keine Zellgruppe kommt ohne essentielle Aminosäuren aus. Damit nicht genug, brauchst Du sie auch für Deine Stoffwechselfunktion und Deinen Hormonhaushalt.
Tagesbedarf an essentiellen Aminosäuren
Je nach Art der essentiellen Aminosäuren benötigt Dein Körper täglich unterschiedliche Mengen der "Notorious Eight", um störungsfrei zu funktionieren. Hier ein kleiner Überblick zu den empfohlenen Bedarfsmengen laut WHO: